Treberbrot selber backen – denn wo Bier gebraut wird, da bleibt Treber übrig. Bei der Weinherstellung verbleibt Trester nach dem Auspressen der Trauben. Treber ist das gekochte Malz, getrennt von der Bierwürze im Laufe des Brauprozesses. Hiermit kann allerlei angestellt werden: Viehfutter, Kompostverstärker UND Treber Leckereien. Als Hobbybrauerin und vor allem leidenschaftliche Köchin, habe ich für euch ein Treberbrot gezaubert. Intensiv vom Geschmack, knackig von der Kruste und direkt nach dem Brauen verfügbar. 

Kein Teber?

Du hast kein Treber möchtest aber unbedingt damit Brot backen? Komm doch einfach in meinen Braukurs. Hier lernst du nicht nur alle Schritte, um daheim Bier selber zu brauen. Hier bekommst du auch den Treber für zu Hause. UND natürlich 2 Liter deines selbst gebrauten Bieres. 

Zutaten

  • 250g Treber (gekochtes Gerstenmalz)
  • 500g Mehl (Roggen oder Weizen erzielt die besten Ergebnisse, gern auch Dinkel)
  • 1 Päckchen Hefe (7g Trockenhefe / 1 /2 Würfel frische Hefe)
  • 12g Salz
  • 15g Süße (Zucker, Honig oder Algavendicksaft)
  • 250ml Schwarzbier, ein anderes malziges Bier oder auch Weizenbier

Schritt 1: Mehl und Treber

Vermenge dein Mehl in einer großen Schüssel mit dem feuchten Treber. Sofern gefrorener Treber genutzt wird, bringe in vorab auf Raumtemperatur. Verbrauche den frischen Treber so zügig wie es geht. Im Treber sind all die wunderbaren Stoffe gelöst wie pflanzlicher Eiweiß, Malzzucker, Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe etc. Und die fangen sehr schnell an zu gären, wenn sie nach dem Brauen stehen gelassen werden. Das riecht intensiv und mag Schweine und Wildtiere entzücken, aber nicht unsere Nase. Sofern der Treber nicht direkt verbraucht wird: einfrieren. Portionsweise in 250g Tüten hält er sich im Gefrierschrank 6 Monate. Sofern die Tüten vakuumiert sind, sogar 12 Monate.

Schritt 2: Zutaten vermengen

Schaffe in der Mitte der Mehl Treber Mischung eine Kuhle. Füge Salz, Zucker und die Hefe dazu. Frische Hefe bitte zerbröseln. Trockenhefe einfach einstreuen. Nun das gewählte Bier dazu geben. Gern auch eine kleine Qualitätssicherung des Bieres vornehmen. Es sollte malzig, gut karbonisiert jedoch nicht zu alkoholisch sein. Ein Schwarzbier mit seiner dezenten Röstaromatik ist wunderbar, ein Imperial Stout mit 12% Alkohol zu dominant im Geschmack. Bitte nur Schluckweise das Bier dazufügen und die Mehl Treber Mischung langsam vom Rand seitlich dazu nehmen. Je nach Feuchte des Trebers reichen auch 200ml Bier. 

Schritt 3: Kneten

Ein Drittel des Teiges besteht aus Treber mit Gerstenmalz zumindest bei den meisten Bierstilen. Gerste gehört zu den sogenannten Nichtbrotgetreiden. Sie versorgen im Brotteig die Hefen mit Zucker als Nahrung. Daher benötigt es eine zweite Getreideart. Bei Weizenmehl bitte den Teig intensiv für 10 Minuten kneten, damit das Mehl möglichst viel von der Feuchtigkeit binden kann. Bei Roggenmehl ggf. mit Sauerteig als Triebmittel arbeiten. Diese Teigart jedoch nur schonend kneten. Dinkelmehl ebenfalls etwas langsam kneten. Sofern der Teig mehr Feuchtigkeit benötigt, diese noch dazu fügen. Der Teig ist fertig, sofern er glatt und leicht glänzend ist. Bei einer Küchenmaschine sollte der Teig sich vom Schüsselrand lösen.

Schritt 4: Ruhen lassen

Den fertigen Teig in einer geölten Schüssel ca. 1 Stunde abgedeckt bei Raumtemperatur ruhen lassen. Jetzt bindet der Teig das Wasser, das Klebereiweiß entspannt sich, die Hefe bildet Gärgase und nutzt dafür die vorhandenen Zuckerstoffe. Somit geht der Teig auf und entwickelt das typische Aroma. Nach der Ruhezeit den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche in Form bringen. In der Fachsprache heißt es: rundwirken. Hierbei geben wird dem Brot mit seiner Oberfläche eine schöne Spannung. Final, einen länglichen Laib formen. Sofern der Teig sehr weich ist, eine gefettete Kastenform nutzen. Ansonsten das Brot auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen eine weitere Stunden abgedeckt bei Raumtemperatur ruhen lassen.

Schritt 5: Backen

Inzwischen den Backofen auf 260°C vorheizen. Sofern vorhanden gern einen Backstein oder ein Backstahl nutzen. Das hält die Temperatur konstanter und das Brotergebnis ist einfach knackiger. Außerdem eine hitzeresistente Schüssel mit ca. 200ml Wasser in den Ofen stellen, um für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen. Die Teighaut des Brotes bleibt elastischer und kann besser nachgeben, wenn das Brot im Ofen aufgeht. Das Brot mit dem Papier oder in der Kastenform in den heißen Ofen bei 260°C geben. Nach 15 Minuten Backzeit auf 200°C runter schalten für weitere 50 Minuten. Das fertige Brot aus dem Ofen holen, die berühmte Klopfprobe machen und auf ein Gitter auskühlen lassen.

Schmeckt unfassbar lecker mit nur Butter und natürlich einem kühlen Bier. Nicht zu hopfig, nicht zu extrem – damit das schöne Brot seinen geschmacklichen Raum entfalten darf.

Braukurs und Treber?

Jetzt hast du richtig Hunger und Lust auf Brot? Du hast immer noch keinen Treber? Komm doch einfach in meinen Braukurs. Hier lernst du nicht nur alle Schritte, um daheim Bier selber zu brauen. Hier bekommst du auch den Treber für zu Hause. UND natürlich 2 Liter deines selbst gebrauten Bieres. 

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